Inside UdK Berlin

Am 14.07. veranstaltete die Fakultät Bildende Kunst der UdK in Berlin ein Sommerfest inklusive Ausstellung der Meisterschüler und Fachklassen, bekannt als alljährlicher Rundgang.

Ich möchte Euch mit einigen Impressionen daraus erfreuen:

Im Eingangsbereich stolpert man direkt in die Arbeit der Meisterschülerin Eliana Heredia (siehe Foto oben), die sich selbst auf ihrer Visitenkarte als Visual Artist bezeichnet. Zu sehen ist ihre Arbeit El Castigo de la Pureza, ein Raumobjekt aus Muffin-Papierformen, die trotz ihrer eigentlich instabilen Zusammenfügung durch Flüssigkleber ein an Korallenriffe erinnerndes, organisches Ganzes ergeben. Die Förmchen sind ohne Inhalt unterschiedlich lange gebacken und haben dadurch verschiedene Bräunungsgrade angenommen, was zu einer natürlich anmutenden Farbgebung führt, die einen Teil des Charmes dieser Arbeit ausmacht.

Ebenfalls direkt im Foyer befinden sich Fotos und Plakate von Lukas Julius Keijser,

hier als Special Offer zu sehen. Ein Niederländer, der sich, Haarschnitt und  Schwiegermutters-Liebling-Eindruck betreffend, in den Fußstapfen von Jeff Koons bewegt. Besser als seine Masken-Bilder gefällt mir seine hier abgebildete Arbeit Gratis von 2011, für die Keijser die Stoffe designt hat.

Weitere Highlights sind eher im Bereich Objektkunst anzutreffen, wie z.B. die aus Maisstärke gegossenen Fische mit dem Titel Biopolymerisiere mich 3-D Druck 0106 von AvB

oder die gehäkelten Netze zum Hineinschauen von Charlotte Müller ohne titel.

Auch die Objekte von Christoph Medicus lohnen in jedem Fall einen Blick. Sein Zwischenstück (The Sea Ders Hide If You Want To Hide Lebanon) beeindruckt vor allem durch die Aufhängung bzw. Anbringung und durch den scheinbar unsinnigen Kontrast von weißem, schwebendem Block und roter unschuldiger Tomate.

Anton Steenbock zeigt ein Raumobjekt aus drei Elementen (Schlingpflanzen, Kupferdraht, Autobatterie), das sich in einem Prozess befindet, der eventuell mit dem Zusammentreffen der in die Autobatterie gesteckten Kupferdrähte, bedingt durch das Pflanzenwachstum, enden oder zumindest den Zustand verändern wird. Thema seiner Objekte ist generell der Wandel, auch z.B. in Five Seconds of Love, einer Installation mit Teelicht, Pappbecher, Wasser und Bindfaden oder in seiner Notizblock-Anordnung mit Ventilatoren ohne Titel. Interessant ist auch seine Website (Namen anklicken, s.o.), auf der weitere Experimente zu sehen sind.

Mit Instabilität beschäftigt sich der großartige Mickael Marchand, der zu seinen Rauminstallationen einen wunderbaren Film zeigt, in dem seine aus zufällig auf der Strasse gefundenen Gegenständen zusammengefügte Objekte ihre Form verändern, eine flüchtige Streetart a la francaise. Die Gleichzeitigkeit von massivem Eindruck und Fragilität setzt er so auf absurd komische Weise um. Bitte unbedingt anschauen!

Insgesamt war natürlich noch viel mehr zu sehen, z.B. spannende Kurzfilme und Animationen, leider teilweise ohne Angabe der Künstlernamen. Sollte ich es schaffen, Material darüber zu bekommen, wird es hier in Zukunft eingestellt werden.

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